Autismus - ein breites Spektrum
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Autismus
Autismus ist eine angeborene Störung der neuronalen Entwicklung. Erste Symptome zeigen sich bereits in frühester Kindheit, insbesondere in folgenden Bereichen.
Betroffene werden als Autisten, autistisch oder im Autismus-Spektrum bezeichnet. Der Gegenbegriff für nicht-autistische Menschen sind neurotypisch. Die Bezeichnung von Nicht-Autisten als normal gilt jedoch mittlerweile als diskriminierend gegenüber Autisten, da die Pathologisierung von Autismus als Krankheit oder psychische Störung infolge der Neurodiversitätsbewegung zunehmend abgelehnt wird. Stattdessen wird die Einordnung als Normvariante befürwortet. Dennoch stellt Autismus in der Regel eine Behinderung dar.
Die Ausprägung der Symptomatik ist bei jedem Autisten individuell verschieden und wandelt sich mit dem Alter. Autismus kann mit Störungen der Sprachentwicklung und/oder einer geistigen Behinderung einhergehen, muss aber nicht. Je nach Erscheinungsbild des Autismus und möglicher Begleiterkrankungen können manche Autisten ein weitgehend selbstständiges Leben führen, während andere lebenslang auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Autismus ist zum größten Teil genetisch bedingt, eine allgemein anerkannte Erklärung der spezifischen Ursachen gibt es bislang jedoch nicht.
Im deutschsprachigen Raum werden nach dem derzeit noch gültigen Klassifikationssystem ICD-10-GM drei Formen von Autismus unter dem Oberbegriff der Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen unterschieden: frühkindlicher und atypischer Autismus sowie das Asperger-Syndrom. Aus wissenschaftlicher Sicht gilt diese Unterteilung jedoch als überholt. Im international gültigen ICD-11 werden die bisherigen Subtypen stattdessen als Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zusammengefasst. Grund hierfür ist die Erkenntnis, dass eine klare Abgrenzung der drei Formen selten möglich und stattdessen von einem fließenden Übergang mit individuell verschiedenen Symptomausprägungen auszugehen ist, also einem Spektrum.